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Bierkonsum 2010 ist zurückgegangen
Link: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,743733,00.html
Trotz eines heissen Sommers und den vielen Public Viewings der Fussball-WM konnte sich die bayerische Bierindustrie leider nicht über große Umsätze im Jahr 2010 freuen. Nun wurde die Situation natürlich analysiert - das überraschende Ergebnis ist, dass angeblich BürgerInnen "mit Migrationshintergrund" Schuld am geringeren Bierabsatz seien. Nach spiegel.de wird von einem "steigendem Anteil von Mitbürgern mit Migrationshintergrund, deren Bieraffinität weit hinter der bayerischen zurückbleibt - wenn sie denn überhaupt Alkohol zu sich nehmen" geredet.
Gerade aufgrund kürzlicher von Thilo Sarrazin angefachter Debatten um muslimische Einwanderer denkt man beim Begriff "Mitbürger mit Migrationshintergrund" an Einwanderer aus dem Nahen Osten, die aus Glaubensgründen teilweise auch keinen Alkohol konsumieren. Auf den ersten Blick erscheint es also, dass der bayerische Brauerbund diesen Einwanderern die Schuld geben will. Der erste Schein trügt in diesem Fall jedoch - offensichtlich versteht der Brauerbund den Begriff "Migration" in einem etwas weiteren (und eigentlichen richtigen) Sinn:
Der Geschäftsführer vom Bayerischen Brauerbund erklärt der "Abendzeitung": Migration sei selbstverständlich als Synonym für "Umziehen" zu verstehen, auch innerhalb Deutschlands. "Das Verhältnis echter Bayern zum Bier ist ein anderes als das von Leuten aus anderen Kulturkreisen." (spiegel.de)
Eine interessante Interpretation: Ob man Türke ist oder Berliner oder Sachse - zumindest für das bayerische Verständnis gilt man dann als Zuwanderer aus einem anderen Kulturkreis, also als "Bürger mit Migrationshintergrund". Eigentlich ist diese Interpretation vollkommen korrekt. Es ist tatsächlich nicht zu unterschätzen, wie heterogen die Kultur in den verschiedenen deutschen Bundesländern ist. Die gute Biergartenkultur ist in keinem anderen Bundesland so ausgeprägt wie in Bayern, insofern wird manch Einwanderer aus Nordrhein-Westfalen durchaus einen Kulturschock erleben, wenn er eine Maß voll Bier vorgesetzt bekommt, wo in seinem Heimatbundesland doch das Bier aus fingerhutgroßen Kölschgläsern getrunken wird.
Migration hin oder her - wie dem auch sei, wenn man die Faktoren rund um den gefallenen Bierkonsum tatsächlich analysieren möchte, ohne sich aufs Rätselraten zu verlassen, sollte man einen BI-Experten zu Rate ziehen. Das sollte die Wahrheit ans Licht bringen, sofern genügend Daten zum Absatz vorliegen.
In diesem Sinne - Prost!
- Oleg






